Böden für Leichtathletik und Ballspiele – ein Systemvergleich


Leichtathletikanlagen und Kleinspielfelder für diverse Ballsportanlagen sind auf lange Nutzungsdauer ausgelegte Investitionen. Dementsprechend selten wird der Bau oder die Renovierung von den Trägern dieser Anlagen in Angriff genommen. Da wegen der Seltenheit der Investition ein starkes Know-how-Gefälle zwischen Anbieter und Nachfrager existiert, besteht die Gefahr, dass für die jeweilige Nutzungssituation unpassende Böden angeboten und installiert werden. Es ist deshalb wichtig, dass der Entscheidungsträger zur Bauinvestition über die verschiedenen Bodensysteme für Leichtathletik und Ballsport informiert ist.

Auf dem deutschen Markt werden neben den traditionellen, aber immer seltener gebauten Tennenbelägen im Wesentlichen drei verschiedene Kunststoffsysteme angeboten, die von verschiedenen Anbietern hergestellt und installiert werden. Diese sind

• Kunststoffflächen aus Einzelelementen in Rollenform
• im Ortseinbau hergestellte Kunststofflaufbahnen, sogenannte Insitu-Böden
• Hybridbeläge, die beide Herstellungsverfahren verbinden.

Kunststofflaufbahnen aus vorgefertigtem Rollenmaterial – Vor- und Nachteile

Die in Deutschland heutzutage am seltensten eingebauten Sportböden sind solche, die vollständig aus komplett vorgefertigten Rollen bestehen und an der Baustelle zu einer zusammenhängenden Sportfläche verlegt werden. Das Material ist meist vulkanisierter Kautschuk, der in zwei oder mehr Schichten – Elastikschicht und Nutzschicht – das Bodensystem bildet. Der Vorteil dieser Böden liegt, wenn das Material von guter Qualität ist, in den kontrollierten physikalischen Eigenschaften: Elastizität, Kraftabbau, Spikefestigkeit, Elastizitätsmodul (Durchbiegungsmulde), Dehnung, Dicke und andere Qualitätsmerkmale können von hoher Konstanz sein. Jedes Einzelelement der Sportfläche sollte also die gleichen Eigenschaften haben, da die maschinelle Fabrikfertigung einheitliche Material- und Systemeigenschaften sowie eine sorgfältige Qualitätskontrolle erlaubt.

Allerdings bieten diese Böden auch große Nachteile. Die Beläge haben durchgehende Fugen, welche in den meisten Fällen nicht dauerhaft verschlossen werden. Material- und witterungsbedingte Dimensionsschwankungen der einzelnen Bauteile können die Fugen aufreißen lassen. Feuchtigkeit und Schmutz dringen ein, die Asphalttragschicht wird in Mitleidenschaft gezogen. Als Folge davon entwickelt die Sportfläche Unebenheiten, Blasen und Risse im Fugenbereich und darüber hinaus. Außerdem können die Fugen zu Stolperfallen werden, sogar Pflanzen siedeln sich an. Ein weiterer Nachteil ist die schwierige Renovierung. Wenn die Oberfläche beschädigt oder abgenutzt ist, kann sie nicht einfach als Teilkomponente des Bodensystems erneuert werden. Deshalb muss das gesamte Bodensystem im betroffenen Bereich entfernt werden. Dadurch wird oft der Asphaltunterbau beschädigt, der dann ebenfalls erneuert werden muss. Der Einbau neuer Belagsstücke gestaltet sich äußerst schwierig. Die Reparaturstellen heben sich schließlich optisch und sportfunktionell von der übrigen Fläche stark ab.

Insitu-Systeme sind die häufigste Variante

Die heutzutage in Deutschland am häufigsten eingebaute Variante der Kunststoffsportböden auf Außensportanlagen ist der sogenannte Insitu-Belag. Er ist das genaue Gegenteil vom Belag aus vorgefertigten Einzelelementen. Insitu-Böden werden erst vor Ort an der Baustelle hergestellt. Sie bestehen meist aus Gummigranulat auf Recyclingbasis (SBR), Granulaten aus synthetischem Gummi (EPDM) und dem Bindemittel Polyurethan (PUR). Diese Komponenten werden vor Ort (lateinisch: "IN SITU") vermischt, in breiförmigem Zustand aufgetragen und mit Spezialmaschinen geglättet. Das Polyurethan härtet in ca. 10 – 20 Stunden aus und bildet eine elastische, fest mit dem Untergrund verbundene Schicht. Insitu-Beläge werden in der Regel aus mehreren solcher Schichten aufgebaut, zum Beispiel aus einer Elastikschicht aus SBR-Gummigranulat/PUR und einer Nutzschicht aus EPDM/PUR. Die Beläge können, je nach Bauart, wasserdurchlässig oder -undurchlässig sein.

Der Vorteil der Insitu-Sportbodensysteme liegt in ihrer Fugenlosigkeit. Sie weisen eine zusammenhängende Oberfläche auf und bilden damit, wenn sie fachgerecht eingebaut werden, ein optisch einwandfreies Erscheinungsbild. Beschädigungen und Zersetzungserscheinungen, die durch Fugen hervorgerufen werden, gibt es im Regelfall nicht. Beim Einbau von Insitu-Systemen kann man außerdem kleinere Unregelmäßigkeiten in der Asphaltschicht ausgleichen.

Damit ist aber schon ein Nachteil der Insitu-Böden genannt. Der Ausgleich von Unebenheiten erzeugt zwangsläufig eine unterschiedliche Schichtdicke der Bodenkonstruktion. Das Verfahren der Materialverteilung und -glättung erzeugt unabhängig von der Güte des Asphalts ebenfalls Schwankungen in der Materialdichte und damit Schwankungen in den physikalischen sportfunktionellen Eigenschaften. Solche unterschiedlichen Materialdichten können auch durch Wettereinflüsse zustande kommen. Feuchtigkeit und schwankende Temperaturen während des Einbaus führen zu unterschiedlichen Reaktionen des Polyurethans, das je nach Temperatur und Luftfeuchte schneller oder langsamer aushärtet. Bei direkt einwirkender Feuchtigkeit kann es aufschäumen und verändert dadurch die Konsistenz des gesamten Bodens unkontrollierbar. Das hat zur Folge, dass im Extremfall verschiedene Insitu-Beläge sehr starke Qualitätsunterschiede aufweisen können, obwohl es sich um das gleiche Produkt desselben Herstellers handelt.

Hybridbeläge vereinen Qualitätsmerkmale von vorgefertigten und Insitu-Böden

Sportböden für Leichtathletikflächen und Kleinspielfelder, welche die Vorteile beider vorgenannten Systeme mit einbeziehen und in einem System kombinieren, können derzeit als eine der besten Lösungen angesehen werden. Derartige Böden, auch Hybridböden genannt, werden nur von wenigen Unternehmen angeboten. Eines der namhaftesten auf dem Weltmarkt ist die BSW GmbH aus Bad Berleburg in Westfalen. Unter dem Markennamen Regupol stellt BSW 13 verschiedene Bodensysteme für Leichtathletik und Ballsport in Außenanlagen her.

Die von BSW angebotenen Hybridböden bestehen aus in BSW-Werken hergestellten Elastikschichten und einer vor Ort applizierten Nutzschicht. Durch die Produktion der Elastikschichten auf hochmodernen Maschinen werden die physikalischen Eigenschaften genau kontrolliert und können für den jeweiligen Einsatzzweck formuliert werden. Nach einem Computer gesteuerten Mischvorgang mit genauer Qualitätsüberwachung werden die Materialien, aus denen die Regupol Elastikschicht hergestellt wird, unter 120 Tonnen Druck in Jumbo-Stahlzylindern verdichtet. Hierdurch wird ein stabiles, gleichmäßiges PUR-Gummigemisch erzeugt. Die Reaktion des Polyurethans erfolgt ebenfalls unter gleichbleibenden, kontrollierten Bedingungen. Das zylinderförmige, ausreagierte PUR-Gummimaterial wird dann auf Spezial-Schälanlagen mit einer Dickenabweichung von +/- 0,01 mm in den gewünschten Dicken aufgeschält. Es entstehen Elastikbahnen von exakter Dicke und Abmessung unter Produktionsbedingungen, die im Gegensatz zu einer Baustelle höchste Qualität ermöglichen. Diese Elastikbahnen werden vor Ort auf der Asphalttragschicht dauerhaft verklebt. BSW benutzt hierzu einen speziell zu diesem Zweck entwickelten Klebstoff, der die Spannungen zwischen Gummi und Asphalt aufnimmt und kompensiert.

Die verschiedenen Nutzschichten werden schließlich, genau wie bei den Insitu-Böden, vor Ort aufgebracht. Dabei werden die einzelnen Bahnen miteinander durch Polyurethan verbunden, die Poren in der Elastikschicht verschlossen und ein vollkommen fugenloser Belag erstellt. Die Dicke von flüssig aufgetragenen PUR-EPDM-Nutzschichten kann sehr gut kontrolliert werden, da sie im Regelfall nur 3 mm beträgt und das PUR flüssig und selbst verlaufend im Nass-in-nass-Verfahren aufgetragen wird.

Somit entsteht ein Hochleistungs-Sportbelag, der an jeder Stelle der Sportanlage die gleichen von der DIN und der IAAF (International Association of Athletics Federations) geforderten physikalischen Eigenschaften aufweist. Auch ist der Einfluss des Wetters während der Installation minimal.

Beratung durch den Hersteller schafft Klarheit

BSW stellt insgesamt 13 Regupol-Böden für Rundlaufbahnen und Kleinspielfelder her. Darunter sind auch Böden, die im Insitu-Verfahren gebaut werden. BSW bedient hiermit auch die im Inland gängige Nachfrage. BSW empfiehlt jedoch wo immer möglich seine Regupol Hybridbeläge, da sie nach den Erkenntnissen von BSW den anderen geschilderten Herstellungs- und Einbauverfahren qualitätsmäßig weit überlegen sind.

Die verschiedenen Regupol-Böden für Außensportanlagen haben außerdem mehrere unterschiedliche Nutzschichten. In Verbindung mit den Elastikschichten ist ein Produktprogramm entstanden, das für die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte und sportlichen Leistungsniveaus jeweils passende Bodensysteme zur Verfügung stellt. BSW besitzt eine nahezu 40-jährige Erfahrung im Bau von Sportböden und bietet zur Entscheidungsfindung in der Planungsphase umfangreiche Beratungen zur Ermittlung des passenden Außensportbelages an.

Peter Breuer
Exportleiter BSW GmbH

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Insitu-Installation einer Kunststofflaufbahn: Auf
den vorbereiteten Asphalt werden mit PUR-
vermischte Gummigranulate (schwarz) geschüttet
und verdichtet. Darauf kommt die Elastikschicht
(rot) aus PUR und EPDM-Granulaten.

Installation der Kunststofflaufbahn Regupol AG:
Auf den mit Klebstoff versehenen Asphalt wird
die vorgefertigte Elastikbahn verlegt. Darauf kommt die Elastikschicht (rot) aus PUR und EPDM-
Granulaten.

Regupol AG im Querschnitt. Von unten nach oben:
Asphaltschicht auf Schotterbett, Kleberauftrag,
vorgefertigte Elastikschicht, Polyurethan, EPDM-
Granulat.

Ausrollen der Regupol Elastikschicht für
Rundlaufbahnen und Kleinspielfelder im
Steigerwaldstadion Erfurt

 


Der Leichtathletikboden Regupol AG im
Steigerwaldstadion Erfurt


Der Leichtathletikboden Regupol AG in einer
Sportanlage in Brasilien

 

 

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