regugym® Sporthallenböden

Die Kontroverse: flächenelastisch oder punktelastisch

Produktbild Sporthallenboden regugym vivo

Flächenelastische Hallenböden werden oft wegen ihres nach DIN 18032-2 gemessenen höheren Kraftabbauwertes gegenüber punkt- oder mischelastischen Böden bevorzugt. Für die Beurteilung der Schutzfunktion eines Sporthallenbodens ist diese Norm jedoch nicht ausreichend. Denn die DIN 18032-2 misst nur einen punktuellen Wert, der den zeitlichen Verlauf der Belastung des Sportlers nicht  berücksichtigt. Tatsächlich tritt nämlich die Stoßabsorption bei flächenelastischen Böden erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung ein. Während der kritischen Phase des Sturzes eines Sportlers in den ersten hundertstel Sekunden reagieren flächenelastische Böden also annähernd so hart wie Beton. Punkt- und mischelastische Böden dagegen federn den Sturz früher ab. Zudem benötigen sie eine geringere Masse, um ihre stoßabsorbierende Wirkung zu entfalten. Dies ist besonders wichtig, wenn der Sportler relativ leicht ist z. B. im Kinder- und Schulsport.

Kritiker rein flächenelastischer Konstruktionen bemängeln zu recht, dass die „Ansprechzeit“ dieser Böden im Gegensatz zu punktelastischen relativ lang ist. Zu erkennen ist dieser Umstand im Kraft-Zeit-Verlauf des ungefilternten Signals des KSB (Künstlicher Sportler). Unmittelbar nach Aufschlag des Gewichts erkennt man einen steileren Kraftanstieg als bei allen punktelastischen Belägen. Dies ist damit zu erklären, dass im flächenelastischen Boden wesentlich höhere Massen bewegt werden müssen, um einen Federungseffekt zu erzielen, im Gegensatz zu den wenigen Gramm unter dem Prüffuß, der auf punktelastischem Material steht. Dieser Tatbestand kann trotz hohem normkonform gemessenen Kraftabbau zu Nachteilen bei Stürzen führen, wenn der Sportler relativ leicht ist. Im Moment des Auftreffens auf den Boden prallt hart auf hart. (Bericht B4/88 Bundesinstitut für Sportwissenschaft; Prüfung von Sporthallenböden). Gegenüber den nachfolgenden Konstruktionen (punktelastisch, kombi-elastisch, mischelastisch) haben flächenelastische
Sportböden die härtere Oberfläche und sprechen träger an. (Auszug aus DIN V 18032-2001-04)

Kraft-Zeit-Kurven verschiedener Bodensysteme

Sehr hoher Kraftabbau bei punktelastischen Böden in der Anfangsphase des Sturzes.

Grafik Kraft-Zeit-Kurven versch. Bodenbeläge

Kraft-Zeit-Kurven Künstlicher Sportler 95 bei der Messung „Kraftabbau“
Stoßabsorption auf flächenelastischem Sporthallenboden nach t1 s = 20%, nach t2 s = 55%
Stoßabsorption auf punkt- und mischelastischem Sporthallenboden nach t1 s = 89%, nach t2 s = 64%

Beim punkt- oder mischelastischen Hallensportboden mit geringer mitwirkender träger Masse (mtM) steigt die Stoßabsorbtion innerhalb von 2 ms auf den Höchstwert 90 % an und fällt dann zum durch den Kraftabbau definierten Punkt - 55 % ab. Beim flächenelastischen Boden mit großer mitwirkender träger Masse steigt die Stoßabsorbtion in 6 ms auf den Höchstwert 55 % an, der gleichzeitig der nach Norm definierte Wert für den Kraftabbau ist. Der durch den Wert Kraftabbau definierte Punkt ist bei punkt- und Mischelastischen Systemen also der Wert für die niedrigste Stoßabsorbtion des Systems, beim typisch flächenelastischen Boden aber der annähernd höchste Wert. Unter zeitlichem Aspekt erreicht das misch- und punktelastische Sportbodensystem eine maximale Stoßabsorbtion also 3 mal schneller als der typisch flächenelastische Boden, bei dem die Stoßkraft und damit die Belastung 4,5 mal höher ist als beim misch- und punktelastischen Hallensportboden.

Die außerhalb der DIN Norm durchgeführten Messungen der Bodeneigenschaften ergaben folgendes: Sämtliche Kennwerte der Böden sind gewichts bzw. druckabhängig (und sehr wahrscheinlich auch geschwindigkeitsabhängig). Beim Auftreten nichtlinearer Spannungs-Dehnungskennlinien resultiert daraus möglicherweise eine unterschiedliche Bewertung von Böden für Sportler mit verschiedenen Körpergewichten. Durch die Aufnahme entsprechender Kennlinien im Rahmen der DIN Norm anstelle der punktuellen Kennwerte könnte diesem Umstand Rechnung getragen und eine differenzierte Bewertung der Böden durchgeführt werden. (Bericht B4/86 Bundesinstitut für Sportwissenschaft; Belastung des Bewegungsapparates auf Sportböden)

Unter sportmedizinischen Gesichtspunkten, vor allem aber in Schul- und Mehrzweckhallen, sollte unabhängig von den Ergebnissen der Werte nach DIN 18032-2 punktelastischen Böden gegenüber flächenelastischen der Vorzug gegeben werden.

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