Bauaufsichtliche Zulassung

Der Schallschutz im Hochbau hat einen immer größeren Stellenwert, ähnlich dem Wärme- und Brandschutz. Anforderungen und Nachweise werden in der DIN 4109 beschrieben. Ziel ist es, den Menschen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragungen zu schützen, um gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen.

Die DIN 4109 findet Anwendung im allgemeinen Wohnungsbau, insbesondere aber auch im Bereich von Schulen, Bibliotheken, Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden, Bürogebäuden, Hotels und anderen Beherbergungsstätten, um die zweckentsprechende Nutzung zu gewährleisten. Sollten die Anforderungen an den Schallschutz nicht eingehalten werden, entstehen Baumängel und es drohen Schadensersatzansprüche.

Trittschallschutz mit bauaufsichtlicher Zulassung

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt

Im Bereich der Landesbauordnungen werden allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für all die Bauprodukte und Bauarten erteilt, für die es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik (insbesondere DIN Normen) gibt. bzw. wenn diese im Wesentlichen davon abweichen. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen sind zuverlässige Verwendbarkeitsnachweise von Bauprodukten bzw. Anwendbarkeitsnachweise von Bauarten im Hinblick auf die bauaufsichtlichen Anforderungen an Bauwerken.

Eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist der Nachweis für die Verwendbarkeit eines nicht geregelten Bauproduktes oder einer nicht geregelten Bauart nach den Landesbauordnungen (§§ 18 Abs. 1 und 21 Abs. 1 Musterbauordnung [MBO]).

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen erteilt nur das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt).

Regupol® 4515 BAZ hat die bauaufsichtliche Zulassung.

Gesundheitsschutz

Die abZ für ungeregelte Bauprodukte beruht auf der Absicht, den Gesundheitsschutz in Gebäuden zu gewährleisten. Die Gesundheit des Menschen soll durch Emissionen von Bauprodukten weder kurz- noch langfristig gefährdet werden. Deshalb werden strenge Anforderungen an das Emissionsverhalten von Baustoffen mit abZ gestellt.

Regupol® 4515 BAZ erfüllt diese Voraussetzung.

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen sind rechtlich bindend

Ein Rechtsgutachten der Anwaltsgesellschaft Redeker Sellner Dahs zu den bauaufsichtlichen Anforderungen an Trittschalldämmschichten kommt hinsichtlich der Bedeutung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung zu folgendem Ergebnis:

"Unsere Prüfung hat bestätigt, dass Trittschalldämmschichten ohne eine bauaufsichtliche Zulassung nicht verwendet werden dürfen, wenn sie für Aufenthaltsräume bestimmt sind [...] Trittschalldämmungen ohne eine bauaufsichtliche Zulassung müssen daher in privaten und öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen werden."

Der Begriff Aufenthaltsräume wird in den Landesbauordnungen definiert, so das Gutachten:

"Unter dem Begriff 'Aufenthaltsräume' werden nicht nur Wohn- und Schlafräume, Arbeits-, Büro-, Geschäfts- und Verkaufsräume gefasst, in denen Menschen sich einen großen Teil des Tages aufhalten, sondern auch Räume wie Sportstätten, Versammlungsräume, Warteräume und selbst Bastel- und Werkräume, in denen Menschen sich einen untergeordneten Teil des Tages aufhalten."

Ferner hält das Gutachten fest:

"Keine rechtliche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang anderweitigen Prüfberichten (wie z. B. Zertifizierungen, Qualitätsregeln o. ä.) zu. Derartige Prüfberichte erfüllen schon formal die gesetzlichen Zulassungsanforderungen nach dem öffentlichen Baurecht nicht und können eine bauaufsichtliche Zulassung nicht ersetzen."

Das Gutachten resümiert:

"Die Verwendung von Bauprodukten entgegen § 24 Abs. 1 Nr. 1 NBauO ohne Ü-Zeichen stellt außerdem eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 500.000 Euro geahndet werden kann und für die die Einziehung der Bauprodukte ausdrücklich vorgesehen ist (§ 91 Abs. 1 Nr. 12, Abs. 5 und Abs. 6 Satz 1 NBauO). Entsprechende Produkte müssen in privaten und in öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen werden."